Wanderlust #5: Nachahmenswerte Nationalparktour & nachteiliger Nachtfrost

Hey Guys,

heute beleuchten wir mal unsere fünftägige Nationalparktour etwas näher, auf die wir uns zwischen dem 22.11. und dem 27.11. begeben haben. Wir haben die Woche gewählt, weil wir dann eine Thanksgiving Break in der Uni hatten und das somit die einzige Möglichkeit für uns darstellte, diese Tour zu machen. Für Amerikaner scheint Thanksgiving noch heiliger zu sein als Weihnachten, daher gibt es da ein paar Tage Ferien.

Gestartet sind wir am Dienstag sehr früh, um unseren Mietwagen abzuholen. Jetzt denkt ihr euch natürlich „Warum habt ihr nicht euer eigenes Auto genommen?!“ und das auch zu Recht. Die Entscheidung für den Mietwagen lag darin begründet, dass wir vorhatten, jede Nacht im Auto zu schlafen und so Zeit und Geld zu sparen: Denn Hotels in und um Nationalparks sind immer sehr teuer und falls man außerhalb schläft, dauert es meist lange, bis man wieder im Nationalpark ist. Also haben wir uns ein Auto gemietet, eine Luftmatratze gekauft und sind losgebraust.

An unserem ersten Tag haben wir es bis in den Sequoia Nationalpark geschafft und haben dort unser Nachtlager aufgeschlagen. Der Sequoia Nationalpark hat seinen Namen den in ihm wachsenden Sequoia-Bäumen zu verdanken. Diese Sequoia-Bäume sind Mammutbäume, die eine Höhe von bis zu 80 Metern und einen Umfang von mehr als 30 Metern haben können. Eigentlich wollten wir schon am ersten Tag wandern, allerdings hatten wir für den Weg länger gebraucht als erwartet und dadurch konnten wir nichts weiter tun, als zu lesen und schlafen zu gehen.

Die Stellen wo kleine gelbe Zeichen zu sehen sind, bedeuten, dass wir dort Stau hatten.

 

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Die Nacht war unfassbar kalt mit ca. 3°, sodass wir trotz mehrerer Decken und dick angezogen mehrfach aufgewacht sind und froh waren, als die Nacht endlich vorbei war.

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Dementsprechend früh ist es dann am Mittwoch losgegangen und halbwegs motiviert, aber mit noch immer steifen Gliedern, haben wir uns auf zum Wandern gemacht. Das erste Tagesziel war jedoch das Museum des Parks in dessen Zentrum.

Nach dem informativen Abstecher waren wir wieder am Parkplatz angekommen und haben feststellen müssen, dass die Temperaturen im Parkzentrum leider noch geringer waren als bei uns im Nachtlager, da das Zentrum deutlich höher liegt. Mit unseren unprofessionellen Wanderklamotten bestehend aus Jeans/Sporthose und Pulli + Regenjacke war draußen leider nicht viel zu holen. Dennoch wollten wir uns nicht unterkriegen lassen und sind unsere erste kleine Wanderroute gelaufen.

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Wieder angekommen war uns extrem kalt, also sind wir erstmal im Auto bei maximaler Heizung richtung General Sherman Tree gefahren und sind vom Parkplatz aus unsere zweite Wandertour gelaufen. Der General Sherman Tree ist der größte Baum der Welt. Allerdings gibt es hier natürlich wieder Einschränkungen: (1) Er ist nur der größte Baum bezüglich des Volumens; es gibt höhere und auch breitere Bäume, (2) bezieht sich das Volumen nur auf den Stamm aller Bäume, (3) ist er der größte lebende Baum, es gibt tote Bäume, die größer sind. Der General Sherman Tree ist eigentlich gar nicht mehr so richtig am Leben; Teile des Baums sind schon tot, aber Alles in Allem haben wir den größten Baum der Welt gesehen; ziemlich beeindruckendes Teil.

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Wieder im Auto haben wir vor der klirrenden Kälte dann kapituliert. Uns wurde überhaupt nicht warm und wir wollten uns unseren Trip nicht schon am zweiten Tag mit einer fetten Erkältrung kaputt machen. Also haben wir uns dazu entschieden, ein paar Stunden früher als eigentlich geplant ins Death Valley aufzubrechen. Aber auch hier kam es wieder zu Verzögerungen auf dem Weg, da wir noch Essen kaufen mussten und wir uns dafür natürlich den Tag vor Thanksgiving aussuchen mussten.

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Im Death Valley angekommen mussten wir leider feststellen, dass an Thanksgiving dort die Haupturlaubszeit ist, da dies die einzige Jahreszeit ist, in der das Valley tagsüber die 25° Marke nicht überschreitet. Das hat sich leider als Nachteil für uns entpuppt, weil schon alle Campingplätze belegt oder geflutet waren als wir angekommen sind. Da es aber schon dunkel war, haben wir die Möglichkeit genutzt und uns illegal abseits der Straße hingestellt und im Auto geschlafen. War nicht allzu schlecht, so konnten wir die 20$ Campinggebühr sparen.

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In der Nacht gab es auch einiges zu sehen, da das Death Valley so dunkel und abgelegen ist, dass man die Milchstraße sehen kann. Außerdem hat sich nicht unweit von unserem Schlafplatz fast ein extrem spektakulärer Unfall ereignet, bei dem das eine Auto grade noch ausweichen konnte und sich dabei um sich selbst gedreht hat. Die Temperatur war nachts angenehme 15°, sodass wir uns von den Temperaturen des Sequoia Parks gut erholen konnten.

Am Donnerstag – Thanksgiving – haben wir uns dann das Death Valley näher angesehen. So haben wir, wie in der Woche darauf mit Simon, das Badwater Basin, Dante’s View und andere schöne Sachen gesehen. Da wir das Death Valley aber eher zum Sternegucken und als Zwischenstopp genutzt haben, sind wir hier zeitig nach Las Vegas aufgebrochen.

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In Vegas angekommen haben wir uns dazu entschieden, die verschiedenen Hotels anzugucken und danach dekadent ein Thanksgiving Dinner zu verschmausen. Danach sind wir zocken gegangen und haben wie schon 2 1/2 Jahre zuvor nur Geld verbrannt (lasst also die Hände vom einarmigen Banditen, Kinners).

Am Freitag war Black Friday, der berühmte Tag in den USA, an dem es bis zu 70% auf quasi alles außer Autos und Häuser gibt. Wir haben uns dazu entschieden, dass das auch ein Teil der amerikanischen Kultur ist, die wir mit unserem Aufenthalt hier kennenlernen wollten und uns entschlossen, daran Teil zu nehmen. Nachdem wir 30 Minuten von der Highway-Abfahrt auf das Gelände des Shopping Centers gebraucht hatten (Distanz etwa 100 Meter) und dann im Parkhaus noch bis nach ganz oben hätten warten müssen, haben wir uns spontan dazu entschieden, diesen Teil der Kultur online zu erleben. Kultur 2.0 sozusagen.

Also haben wir mal wieder unsere Pläne umgeworfen und sind auch hier früher Richtung unserem letzten Ziel aufgebrochen: dem Grand Canyon. Da wir wussten, dass es ein gutes Stück von Vegas zum Grand Canyon ist und im Grand Canyon keine Camping Plätze aufhatten, haben wir uns in Williams einen Liegeplatz auf einen Campingplatz für die Nacht gemietet. So hatten wie die Möglichkeit, am nächsten Morgen schnell im Grand Canyon zu sein.

In Williams angekommen ist uns das Herz dann vollends in die Hose gerutscht: Es waren -3° und sollte in der Nacht noch kälter werden. Da wir die Nacht im Sequoia noch sehr lebhaft im Gedächtnis hatten, entschieden wir uns gegen unseren Campingplatz und für ein Motel. Dummerweise liegt Williams mitten auf der Route 66 und wir hatten das Thanksgiving Wochenende erwischt. Hieß also, dass alle günstigen Motels wie das Motel 6 ausgebucht waren und wir wie Maria und Joseph (nur weniger schwanger) von Motel zu Motel gezogen sind, um die Preise der übrigen Motels und Hotels in Erfahrung zu bringen.

In einem Motel wurden wir von einer Inderin empfangen die uns versicherte, dass der günstigste Preis bei ihr im Motel pro Nacht 140$ betragen würde. Auf die Frage, wie viel wir für zwei Nächte zahlen müssten, antwortete sie mit 110$. Wir verließen also das Motel und steuerten das nächste an. Dort war glücklicherweise noch eins der wenigen Vacancy Zeichen angebracht. Der junge Portier sagte, es gäbe noch ein Zimmer, allerdings nur für Raucher. Wir haben uns also das Zimmer angesehen und befunden, dass es für eine Nacht wohl reichen würde, obwohl es muffig gerochen und gezogen hat wie Hechtsuppe. Nur zur Sicherheit verwendeten wir jedoch unser eigenes Bettzeug, da wir nicht so richtig Lust auf kleine, tierische, knabbernde Mitbewohner hatten.

Am Samstag sind wir dann recht früh zum Grand Canyon aufgebrochen, mit der Vorfreude, endlich den Canyon runter und wieder rauf laufen zu können. Am South Rim angekommen, haben wir auch verstanden warum kein Campingplatz aufhatte: Es waren auch hier Minusgrade. Das schlimmste am Grand Canyon war jedoch, dass wir nicht die Einzigen mit der Idee waren, das Wochenende für den Canyon zu nutzen. Es ist so berstend voll gewesen, dass wir sogar zum Parkplatzsuchen Schlange stehen mussten.

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Wir entschieden uns also schweren Herzens dazu, wieder nach Williams zu fahren und das kleine Städtchen zu besichtigen, das viele kleine Läden zu bieten hatte und sehr weihnachtlich dekoriert gewesen ist. In einem der Läden hat uns eine Kassiererin dann erzählt, dass abends eine Weihnachtsparade stattfände und, dass in der Nacht ein Schneesturm heraufzöge. Wir haben dann entschlossen, dass wir uns die Parade noch ansehen und dann eine Nacht früher als geplant nach Hause zurückfahren, da wir am nächsten Tag eh nicht mehr in den Grand Canyon wollten (da er einfach zu voll war) und wir auf einen Schneesturm auch verzichten konnten. Außerdem können wir den Grand Canyon noch auf unserer coast to coast Tour nachholen. (Update: leider konnten wir den Grand Canyon nicht mehr nachholen. Müssen wir wohl nochmal wiederkommen 🙂 )

Wir mussten in der Woche also relativ häufig unsere Pläne über den Haufen werfen. Als Entschädigung ging es dann am Sonntag Black Friday shoppen, denn die Angebote gelten in der Regel das ganze Wochenende. Britta hat leider gar nichts gefunden, Julius konnte sich neue Laufschuhe kaufen, nachdem seine alten den Geist aufgegeben hatten, sowie diverse andere wichtige Kleidungsstücke.

Also Freunde, wir hoffen, der Text war nicht zu lang.

See you soon!

Britta & Julius

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